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Hummingbird in the rain

Juni 2024

Tiere in Costa Rica
 

Drei Wochen im Tierparadies: Meine zweite Reise nach Costa Rica war einfach traumhaft. Zusammen mit meinem Fotofreund erkundeten wir das Land von Süden bis Norden. Unsere Reise begann im Hochland-Nebelwald, wo wir ausreichend Zeit einplanten, um den schillernden Quetzal erneut zu fotografieren – diesmal beim Brüten. Den Rest der Zeit widmeten wir der ausgiebigen Fotografie von Kolibris, teils im Regen, teils mit einem Multiflash-Setup. Auf dieser Reise wollte ich die gestellte Fotografie in den Hintergrund rücken. Wie "natürlich" die Bilder in den kommenden Lodges werden würden, hätte ich mir jedoch nie träumen lassen....

Nach sechs Nächten im kühlen Nebelwald auf über 2500 Metern Höhe zogen wir schließlich in den Süden. Die Erzählungen hatten uns gewarnt – es würde heiß werden, aber die Luftfeuchtigkeit von rund 90% bedeutete zusätzlich ununterbrochenes Schwitzen. Auch unsere Kameras hatten zu kämpfen und waren morgens zunächst immer beschlagen.
 

Drei Nächte verbrachten wir also in einer traumhaften Regenwald-Lodge im Südwesten von Costa Rica, die nur per Boot erreichbar ist. Auf unserer Fotowunschliste standen der Keel Billed Toucan, die roten Aras, Faultiere und Affen. Die Tukane hörten wir zwar, und es gelang mir tatsächlich, ein Bild aus weiter Ferne ganz oben im Baum zu schießen; Faultiere blieben jedoch aus, und die Brüllaffen hörten wir zwar brüllen, doch sie blieben im dichten Regenwald versteckt. Die roten Aras zeigten sich, hatten jedoch kein Verständnis dafür, dass wir sie lieber im frühen Morgenlicht als im grellen Mittagslicht fotografieren wollten. So viel zu natürlicher Fotografie! Trotz allem möchte ich diese drei Nächte nicht missen und es folgen ein paar "natürliche" Bilder vom Südwesten:

Nach drei schweißtreibenden Tagen und Nächten im Regenwald verbrachten wir zwei weitere Nächte im Hochland in einer Kolibri-Lodge. Bis zu 26 verschiedene Kolibriarten sind hier das ganze Jahr über zu Gast - ein beachtlicher Anteil der 52 Arten, die auf dem gesamten amerikanischen Kontinent vorkommen.

In dieser Lodge hatte ich die Gelegenheit, einige Action-Fotos von Kolibris zu machen. Diese kleinen Flugkünstler sind einzigartig in ihrer Beweglichkeit - sie sind die einzigen Vögel, die rückwärts fliegen können, da sie ihre Flügel in alle Richtungen bewegen können.

Die schillernden Farben der Kolibris verändern sich je nach Lichteinfall und machen sie zu einem immer wieder faszinierenden Fotomotiv. Sie sind sehr territorial und wollen die Blüte oder den Futterplatz für sich allein haben. Sie fressen alle 15 bis 20 Minuten und besuchen bis zu 1200 Blüten pro Tag. Sie ernähren sich hauptsächlich von Nektar, nehmen aber auch kleine Insekten zu sich. Ihre Flügelschläge erreichen bis zu 80 Mal pro Sekunde und ihr Herzschlag kann im Flug bis zu 1200 Mal pro Minute schlagen. Nachts können sie in eine Art Starre verfallen, in der ihre Körpertemperatur um 3 bis 4 Grad absinkt und der Stoffwechsel auf Sparflamme läuft.

Die kleinen Überlebenskünstler werden 7 bis 10 Jahre alt und brüten ein- bis zweimal im Jahr. Ihre Zunge ist doppelt so lang wie der Schnabel und bewegt sich beim Nektarschlecken bis zu 20 Mal pro Sekunde.

Dieser Aufenthalt bot uns die Möglichkeit, in die faszinierende Welt der Kolibris einzutauchen und mehr über sie zu erfahren.